Willkommen bei der Winzerkapelle Jechtingen e.V.

Willkommen im schönen Winzerort Jechtingen am Kaiserstuhl

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Aus der Geschichte der Winzerkapelle Jechtingen e.V.

Mit Stolz blicken wir alle auf unsere über 230jährige Geschichte. Die soll auch der Anlass sein, der Männer zu gedenken, die sich vor über zwei Jahrhunderten in den Dienst der Blasmusik stellten und unseren Verein mit viel Idealismus und unter großen Opfern gründeten und weiterführten. Der gesellschaftliche Stellenwert, den die Musikvereine in der heutigen Zeit einnehmen, ist auch Verpflichtung, diese Tradition in unserer Gemeinde weiterzuführen.

Durch die vielfältigen Aktivitäten ist die Winzerkapelle Jechtingen aus dem kulturellen Leben der Gemeinde heute nicht mehr wegzudenken. Dass das Erbe unserer Vorfahren angenommen wurde, zeigt die ständigwachsende Zahl der Jungmusiker, die sich mit vollem Erfolg in unserem Vereinbetätigen und somit eine sinnvolle Freizeitgestaltung betreiben und einen wertvollen Beitrag im kulturellen Leben unserer Gemeinde leisten. Die lange Tradition des Vereines ist nur darauf zurückzuführen, dass immer wieder junge Menschen die Liebe zum Musizieren fanden.

Musikanten hatten es in früheren Jahrhunderten durchaus nicht leicht, ihrer Lieblingstätigkeit nachzugehen. Die Obrigkeit und die Kirche warfen ihr kritisches Auge auf sie und schränkten dieses „unsittliche“ Vergnügen, welches das Musizieren nach ihrem Verständnis von Moral und Ordnung darstellte, ein, wo immer sie konnten. „Tanzbelustigungen“ waren nur ein- oder zweimal im Jahr erlaubt und unterlagen einer strengen Polizeikontrolle.

Doch an die positiven Seiten des Musizierens werden wohl jene 21 Männer gedacht haben, die sich in den 80er Jahren des 18.Jahrhunderts in Jechtingen zusammenschlossen, um bei Festen wie beim Kirchweihtanz und nach der Ernte als auch während des Gottesdienstes in der Pfarrkirche St. Cosmas und Damian zu höheren Ehre Gottes zu musizieren.
Zum ersten Male werden sie in der sog. „Jechtinger Kirchturmurkunde“ vom 25. Februar 1787, die anlässlich des Wiederaufbaus des 1781 durch einen Kugelblitz beschädigten Turmaufsatzes im Turmknopf der Kirche hinterlegt wurde, erwähnt.

Es waren dies:
Jakob Bohn, Johann Gass, Vogt, Michael Bastnagell, Johann Bohn, Anton Lechleitherer, Martin Bußer, Fridolin Ehrlacher, Martin Ehrlacher, Joseph Gass, Xavery Ehrlacher, Martin Wernet, Martin Gass, Gervasin Bohny, Johann Bastnagell, Fridolin Bohn, Johann Eberenz , Johann Amman, Kosmas Gass, Jakob Frosch und Friderich Bexes.

Ihre Fähigkeiten scheinen durchaus nicht unbedeutend gewesen zu sein, schließlich gestalteten sie alle zwei Wochen musikalisch den Gottesdienst.
Die Gemeinde zeigte schon damals ein großes Interesse an der Förderung der Musik in Jechtingen. Die Mitglieder der Musikantengruppe erhielten jährlich zu Christi Himmelfahrt
Wein und Brot. 1826 wurde diese alte Sitte jedoch auf Veranlassung der Grundherrschaft von Fahnenberg in eine Unterstützung von jährlich3 Gulden umgewandelt.
Auch die Instrumente wurden zum großen Teil aus der Gemeindekasse bezahlt, da die kleinbäuerlichen Musikanten die hohen Preise für die Luxusgüter nicht bezahlen konnten. Einige Instrumente befanden sich jedoch auch in Privatbesitz.

Bis weit in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts blieb der Musikantenverein eng mit der Gestaltung der Gottesdienste verbunden, da wie bereits erwähnt, die Gelegenheiten zu Musikaufführungen außerhalb der Kirche sehr beschränkt waren. Dennoch ging Ihr guter Ruf über die Grenzenhinweg, und oft wurden sie in den 70er Jahre des 18. Jahrhunderts, wie mündliche Überlieferung uns berichtet, zu Kirchweihfesten ins benachbarte Elsass eingeladen.

Aus dem Jahre 1906 ist uns das bis jetzt erste bekannte Photo des Musikvereins überliefert. Es zeigt schon für die Jahre 1876-1882 bezeugte „Blechmusik“ bestehend aus zwölf männlichen Mitgliedern, ausgerüstet mit einer großen Trommel mit Schlagzeug, Trompeten, Hörnern und Klarinetten. Anlass für diese Aufnahme war wohl die erfolgreiche Teilnahme an einem Musikwettbewerb; der im Vordergrund zu erkennende Pokal und die Abzeichen an den Anzugrevers der Abgelichteten sprechen dafür.

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Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges (1914-1918), in dem das Vereinsleben zum Stillstand gekommen war, fanden sich 1922 Heimkehrer und Jungmusiker zu einem neuen Musikverein, der die Tradition des alten fortsetzen sollte, zusammen. Proben fanden damals am Sponeck und in den Häusern der Mitglieder statt.

Aufgrund der Tatsache, das in den 30er Jahren alle Musiker aktive Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr waren, wurde 1935 der Verein in „Feuerwehrmusik Jechtingen“ umbenannt.
In einem Protokollbuch, das Einträge vom 24. Mai 1936 bis 02.April 1939 enthält, spricht man jedoch schon wieder vom Musikverein Jechtingen. In diesem Protokollbuch sind uns auch glücklicherweise die Aktivitäten des Vereines bis 1939 übermittelt. Man musizierte dabei bei verschiedenen kirchlichen Festen sowohl auch vereinzelt bei Tanzveranstaltungen. Am 02. April 1939 bricht das Protokoll über die Tätigkeit des Musikvereins, bzw. der „Feuerwehrmusik“ ab.

Größere öffentliche Auftritte scheinen bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges nicht mehr stattgefunden zu haben.

1940 kommt durch die Kriegseinflüsse – Jechtingen liegt durch den Frankreichfeldzug in unmittelbarer Frontnähe – das Musikleben völlig zum Erliegen. Nach Kriegsende wurde überall der Wunsch laut, den Musikverein wieder ins Leben zu rufen. Die Formalitäten mit der damaligen Militärregierung erledigte Hermann Weber. Die endgültige Genehmigung des Vereines legitimierte die bis dahin schon vorhandene musikalische Tätigkeit, die sich zumeist nur auf Proben erstrecken konnte. Bereits ab 1946 wurden wieder Jungmusiker ausgebildet und der Verein spielte zu verschiedensten Anlässen.

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Am 07. Mai 1950 fand die Wiedergründungsversammlung des Musikvereines Jechtingen statt. Die anwesenden 75 Mitglieder wählten damals die erste Vorstandschaft nach dem Zweiten Weltkrieg.

Das erste große Musikfest fand vom 10. bis 12. Mai 1952 als 30jähriges Stiftungsfest des Musikvereins Jechtingen statt.

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Als Anerkennung und zur Förderung der Kameradschaft wurden bereits damals wie auch heute noch Ausflüge für die Musiker und ihre Frauen organisiert.

Auf Beschluss der Vorstandschaft vom 02. Februar 1963 wurde die erste Uniform angeschafft.

Aus Anlass des 50jährigen Bestehens seit der Wiedergründung im Jahre 1922 veranstaltete der Musikverein Jechtingen vom 28.April bis 01.Mai 1972 ein Jubiläumsfest.

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Am 13.April 1974 fand das erste Frühjahrskonzert im Winzersaal statt.

In der Generalversammlung vom 20. März 1982 wurde dann beschlossen, dass der Verein künftig den Namen Winzerkapelle Jechtingen trägt. Dies ist auch ein Zeichen dafür, das die Musik eng mit dem Jechtinger Wein verbunden ist.

Im April 1982 legten erstmals sieben Jungmusiker das Leistungsabzeichen ab.

Das Jahr 1982 stand ganz im Zeichen des 60jährigen Jubiläums seit der Wiedergründung nach dem Ersten Weltkrieg. Das Jubiläum wurde im Rahmen des Wein- und Maivolksfestes begangen. Als dank für die Umbenennung in Winzerkapelle Jechtingen überreichte uns die Winzergenossenschaft Jechtingen eine Standarte mit der Aufschrift Winzerkapelle Jechtingen, welche die Burg Sponeck und das Jechtinger Wappen zeigt. Diese Standarte wurde zum neuen Vereinssymbol. Bei der Veranstaltung „Menschen für Menschen“ zugunsten der Äthiopienhilfe beteiligte sich die Winzerkapelle mit einem Frühschoppenkonzert am 03. März 1985. Nach dem erfolgreichen Verlauf der Theater- und Konzertaufführung an Weihnachten 1985 wiederholte die Winzerkapelle Jechtingen diese Veranstaltung am 11. Januar 1986. Der Reinerlös wurde den privaten Klägern gegen das KKW Wyhl zur Verfügung gestellt.

Im Verlauf des Jahres 1986 ist es gelungen, das Bestehen der Winzerkapelle seit 1787 nachzuweisen. 1987 feierte die Winzerkapelle Ihr 200jähriges Jubiläum. Der Höhepunkt dieses Jubiläumsjahres war die Verleihung der Pro-Musica-Plakette, überreicht durch Herrn Landrat Dr. Volker Watzka, im Auftrag des Bundespräsidenten Herrn Richard von Weizsäcker. 1997 feierte die Winzerkapelle im Rahmen des Wein- und Maivolksfestes Ihr 210jähriges bestehen.

Die Bedeutung der Winzerkapelle Jechtingen im kulturellen Leben der Gemeinde wird hervorgehoben durch die große Anzahl von Auftritten und Veranstaltungen während eines Jahres. Jährlich finden fünf kirchliche Auftritte statt: Weißer Sonntag, Fronleichnamsprozession, Patrozinium, Eichert-Prozession und –Messe sowie die Messe am Heiligen Abend. Weitere jährliche Auftritte sind zum Beispiel: Pokalturnier des Sportvereins Jechtingen, Fest der Freiwilligen Feuerwehr und DRK Jechtingen, Jubiläen und Feste bei benachbarten und befreundeten Vereinen, spielen bei Hochzeiten und Geburtstagen sowie bei Beerdigungen der Mitglieder, St. Martinsumzug des Kindergartens, Hemdklunkerumzug am Schmutzige Donnerstag und Rosenmontagsumzug.

Jedes Jahr veranstaltet die Winzerkapelle einen Preismaskenball an Fastnachtssonntag und einen zweitägigen Dorfhock in Juni.
Alle drei Jahre findet an Weihnachten ein Konzert- und Theaterabend statt.

Zusammen mit der Interessengemeinschaft der Jechtinger Vereine, bestehend aus dem Gesangverein, Mandolinen- und Gitarrenverein, Sportverein und der Winzerkapelle, wird an vier Tagen das Wein- und Maifest, verbunden mit der Volkswanderung „Rund um Jechtingen“, veranstaltet. Dieses Fest ist inzwischen weit über die Grenzen Jechtingens beliebt und bekannt. Auftritte zugunsten des Jechtinger Weines finden anlässlich des Bezirksweinfestes in Breisach, der Jechtinger Weintage und bei Jubiläen der Winzergenossenschaft Jechtingen statt.

In diesem kurzen Auszug wurde versucht, die lange und bewegte Geschichte der Winzerkapelle Jechtingen in den vergangenen 220 Jahren darzustellen.

gez.
Marko Röttele